Das Gewerbegebiet West in Heidelberg ist ein repräsentatives Beispiel für die voranschreitende Entwicklung der Flächenfrage in urbanen Räumen. Ehemals am Rand des Städtischen gelegen ist das monofunktionale Gebiet heute von Familienbetrieben und lärmintensiver Industrie geprägt. Stark versiegelte und autoorientierte Erschließungen trennen es von aktuellen, direkt angrenzenden, städtebaulichen Entwicklungen und geben dem Gebiet einen Inselcharakter.
Um die Transformation mit den bestehenden Elementen umzusetzen, gliedern vier Interessenscluster das Quartier und fördern die Produktivität auf unterschiedlichen Ebenen im Sinne einer „produktiven Stadt“. Dass Labor, der Campus, die Fabrik und die Plattform ermöglichen eine Vernetzung zwischen den Clustern, genauso wie mit der Umgebung.
Mit den vorgeschlagenen inhaltlichen, baulichen wie klimatischen Interventionen wird eine nachhaltige Entwicklung des Gewerbegebiets gewährleistet. Eine Vielzahl an Nutzungen und aneignungsoffenen Aufenthalts- und Aktivitätsflächen fördern die Produktivität auf unterschiedlichen Ebenen im Sinne einer „produktiven Stadt“.
Interessenscluster
Labor = das Testareal für neue Produktionen
Der Schwerpunkt des Labors liegt darauf, dass das bisher bestehende Gewerbegebiet weiterhin mit allen Emissionen (u.a. bezogen auf Lautstärke, Abdampf etc.) bestehen darf. Die Industrie wird stark verdichtet und dient mit offenen Fassaden auch der Vermittlung von Produktionsprozessen.

Campus = das Aushängeschild und der Handelsplatz des Wissens
Neben der geförderten Produktionsintensität soll auch die Vermittlung ebendieser Kenntnisse im Vordergrund stehen. Anders als bei der „Open Production“ soll auf dem Campus vor allem ein breit gefächertes Wissen über verschiedene Themengebiete der Industrie stattfinden.

Fabrik = die Bühne für Kultur und Gemeinschaft
Wirtschaftliche Produktivität braucht soziale Produktivität – und so wird das Areal um die (Wohn)Fabrik ergänzt. Diese zeichnet sich durch vielfältige Grünräume, Begegnungsorte und wichtige kulturelle Einrichtungen aus, die den Fokus auf soziale Interaktion und auf die Gemeinschaft legen.

Plattform = der Marktplatz neuer Entwicklungen
Die Plattform funktioniert als Marktplatz neuer Entwicklungen, die im gesamten Teilareal exponiert gezeigt werden. Blockstrukturen ermöglichen die Aktivierung der Zwischenräume und Innenhöfe als produktive Flächen. Diese starke Erdgeschossnutzung spannt ein produktiven Feld auf. Verschiedene Produktionsformen wird eine Schaufläche geboten, die für mehr Transparenz und Beteiligung sorgen. Neue Ideen können entwickelt und kommuniziert werden.

Durch die Profilierung der Cluster ist es zum einen möglich die vorhandenen KMU, und damit Talente der Wirtschaft, weiter zu stärken und zum anderen neue Interessenten anzulocken, um das Gebiet in einer zukunftsfähigen Transformation zu halten. Dies betrifft den Umgang mit dem Gebäudebestand und sich verändernder Nutzung genau so, wie die energetische Versorgung.








